
WERKE EINES UNZEITGEMÄSSEN




Konzert für streichorchester Nr. I
Letzter Gruß den alten Meistern
Amadeus WellenENSTEIN
Ausschitte aus den vier Sätzen

Partitur: Konzert für Streichorchester Nr. I

"La prima Violinista"
Dibond - Original: 150cm x 71cm von Amadeus Wellenstein
Abseits der Lärmenden zu den Wenigen sich gesellen, denen Musik entlegene Höhen verspricht: dort ziehe ich meinen Bogen, mit Eingeweihten höher und höher empor sich schwingen, bis verklärtes Elysium die Zeit aus ihrer Festung hebt. Hinauf soll die Musik uns führen, zu feierlichen Weihen des ewig Schöpferischen. Der Rest soll nach den Moden pfeifen. Der Sümpfe gibt es dort genug . . .
Auszug aus dem literarischen Hauptwerk "Triumph des Lebens" von Amadeus Wellenstein

"Triumph des Lebens"
Dekorations-Entwurf, Marbella 2018 von Amadeus Wellenstein
Das Unmögliche und historisch Einmalige
Vom Technischen Zeichner der Luftfahrt
zum klassischen Symphoniker, Musiker, Künstler und Schriftsteller

Die Mundharmonika
ERSTER SCHRITT IN DER MUSIK

Vom Stadtmusikanten zum Bar-Pianisten
Die Gitarre, die Mundharmonika, nebst dem Unbehagen am Klaviere mit vierundzwanzig Jahren als Debütant zu gelten: also stand ich dem Rest der Welt gegenüber. Dennoch wagte ich es, nach wenigen Lektionen auf Ausstellungen und Mode-messen als Pianist mich zu behaupten. Der Erfolg überraschte mich, zumal es mir an jeglicher Virtuosität fehlte, welche in der kurzen Zeit zu erreichen auch gar nicht möglich gewesen wäre. Ein Kostüm-Schneider meinte, als ich ihn fragte, wa-rum er für sein Kleider-Spektakel keinen Virtuosen bestellte: „Was bringt mir ein Virtuose mit vierschrötiger Visage. Dafür haben die doch ihre Konzertsäle. Und dann die Grimassen inmitten der Vorträge. Ich dachte an wiederkäuende Kühe.“

Erster Klavierunterricht 1979
DER BARPIANIST

Das Musik-Studium

. . .mit dem melancholischen Klavier-Debütanten einmal für allemal fertig werden . . .
Nach einem Jahr Klavierunterricht bestand ich im Juni 1980 die Aufnahmeprüfung am Richard-Strauß-Konservatorium: Hauptfach Komposition, Nebenfach Klavier. Mit klassischen Tongebilden den rührselig Verträumten aus seinen Lauben zu schrecken, trat ich in meinen Erstlings-Werken jede Inspiration über den Haufen, welche an das Schwermütige und Melancholische mich binden wollte. Jeder Stil, der Strenge, Disziplin und Beherrschung forderte war mir willkommen. Die Kunst der Fuge begann mich mit Begeisterung auf entlegenste Triften zu heben. Ein Thema mit Notwendigkeit fortzuführen ohne abzuschweifen, umherzuirren, auszuweichen, gab meinem Geiste die Sporen. Meine Feste endeten stets mit weihevollem Trinkspruch hinüber in die gute alte Ewigkeit, Bach und Beethoven zum Gruße. Also erhob ich die Pokale. —

Fortschritt — das hieß in meinem Falle fortan in der Zeit rückwärts zu gehen. — In der Kühle weihevoller Grüfte rief ich nach neuen Gefährten, auf das die Toten geweihter Zeiten mir reden mögen, wenn Kunst und Musik der Gegenwärtigen meine Geduld erschöpften, mich in dunkle Wälder fliehen hieß. — Die Abkehr von allem was sich Modern nannte, wurde nachgerade Bedingung, um sich hinüber zu strecken in jene ferne, schwer zugängliche Welt, in welcher der musische Geist seine höchsten Trümpfe in goldene Tafeln besiegelte. Ich war in dieser Welt kein Fremder, fremd erschien mir allein die Gegenwart, in der ich mich zu behaupten hatte.

Sich gegen seine Zeit behaupten, nicht bloß in der bequemen Haltung des Wissenden, sondern mit Amboß und Hammer die Tradition ferner Zeiten zu seiner Sache erheben: das war es, was die Natur in mir forderte. Kein Zeitgenössischer sollte ich werden, der in atonalen Sümpfen seine "Werke" von sich gibt, die Gegenwart mit seinen Geräuschen zu schrecken (Der Fall Ligeti). Frei nach Goethes Worten las ich nur noch jene Schriften, welche „meine Tätigkeit zu vermehren oder unmittelbar zu beleben“ vermochten, wobei die einzige Schwierigkeit darin bestand, dergleichen Bücher zu finden. Marx Kompositionslehre war eines dieser verschollenen wundersamen Schriften und als ich „Leipzig 1846“ las, war die Begeisterung nicht zu bändigen . . .

Kontrapunkt-Studie

amadeus Wellenstein
Kontrapunkt-Studie


A. B. Marx - Kompositionslehre, dritter Band - Die Doppelfuge
Amadeus Wellenstein
Präludium und Doppelfuge
PRÄLUDIUM
Ausschnitt
DOPPELFUGE
Ausschnitt

Präludium und Doppelfuge - Druckausgabe
Die Etüde

A. B. Marx - Kompositionslehre, dritter Band, zweiter Abschnitt - Die Etüde

Amadeus Wellenstein - Etüde - Die Abreise
Dergleichen radikales Aufbäumen gegen jegliche romantische Neigung wäre nicht notwendig gewesen, klagte die Träumende zum Abschied des Blonden. Wer wird deinen Platz nun säumen, wo du nun von uns gehst? Werden deine neuen kontrapunktischen Künste uns jene Welt vor Augen führen, welche mit Harmonika und romantischer Klavier-Träumerei unsere Seelen in weite Fernen rückte? Willst du den Schwelgenden den Trost entwenden, den du mit sanfter Musik spendetest? Gewiß, man wird deine Fugen bewundern, deine Orchesterwerke bestaunen und doch — werden sie uns wieder geben, was die Harmonika uns zu geben vermag? Willst du über all jene hinweg springen, deren einsame Seelen an deinen Klängen ihr Labsal erfuhren? Was sind dem Erschöpften heroische Töne. Sind es nicht zarte Hände, die er bedarf, daß im Behutsamen neue Kräfte sich zu sammeln vermögen. Diese Zartheit in deiner Musik ist es, die neue Kräfte verleiht doch du suchst nach heroischen Klängen. Du springst über die zarten Pflanzen, an denen das träumende Auge erglüht und gibst uns zum Abschied — eine Etüde . . .
amadeus Wellenstein
ETÜDE - Die Abreise

"Die Abreise"
Dibond, Original 180cm x 86cm



