
WERKE EINES UNZEITGEMÄSSEN

Der Komponist - Dibond 120 cm x 57 cm
"Freiwillig in Abgeschiedenheit leben", sprach das Weib mit der Laterne, "oder wie der Philosoph es sagt, in Eis und Hochgebirge, da hätte so mancher fünf Mal nach dem Strick gerufen, vorausgesetzt, man hätte ihm fünf Leben gegeben. Daß der Blonde allein gegen den Rest sich behaupten konnte, war ein Meisterstück ersten Ranges. Nicht auszudenken, er hätte sich dem Rest verschrieben, seine Talente in Unterhaltungsbuden Lärm gemacht. Was wäre an ihm geblieben, gesetzt er hätte für Geld seinen Scharfsinn angetrieben, seine Musik dem Geschmack der Zeit ins Maul gestopft? Wieviel der Preise hätte man ihm zugeworfen, wäre er nur willens gewesen, in ihren Kellern sich einzurichten, ihren sentimentalen Hornhäuten Bürste und Fliegenwedel zu sein. Die zarten Weibleins hätten sich Köpfe und Knie weich getreten, um einen seiner Socken sich um die Nase zu binden. Wie, wenn er für solche Nasen den Flügel hätte stimmen lassen, um in den Töpfen der Rührseligkeit die Hühner zu liebkosen. Welche Ausrede hätte ich zurecht putzen müssen, ihn dann noch zu empfangen? —
Nun aber höre ich seine Musik, höre aus jeder Note, den triumphierenden Willen seiner Abgeschiedenheit, die er in der Tat auf die Spitze getrieben. — Nicht ein Kompromiß an seine Zeit! Er übersprimgt ein Jahrhunder in der Zeit! War es nicht, daß die Natur allein dafür ihm lange Beine verlieh . . .
Aus dem Hauptwerk "TRIUMPH DES LEBENS"
Ausschitte aus den drei Sätzen
Klaviersonate Nr. IV

Die Wirtin des einsamen Gasthauses
„Donner!“, rief die Wirtin des einsamen Gasthauses. „und ich dachte, die Fuhre Menschheit hätte die Löffel ihrer Geistigkeit längst abgegeben, ihr letztes Gedanken-Geschirr im päpstlichen Pfandhaus für einen Humpen Bier versetzt. Dabei hatte ich es schon aufgegeben, mein Auge zu schärfen, unter den Horden schmatzender Wesen eine Ausnahme zu entdecken. Und nun bringt man zum Nachtisch diese Noten. Ich dachte, wen muß ich aus der Gruft läuten, die Urheberschaft der Partitur zu bekunden, an welchen Särgen horchen, ob man seinen Namen nennt? Wie? Unbekannt den Grüften hält ihn das Leben fest in Händen, Geschirr und Tassen noch in den Schränken. Inmitten lebender Leichen zerreißt er die Säcke der Mucker und Moden, in denen die Welt um den Verstand sich hüpft. Ein Streich ohne gleichen, mit der Kraft der Titanen gegen den Lauf der Zeit zu wüten und ungetrübt die Heiterkeit an seiner Seite zu wissen. Siegreich gegen seine Zeit, hallt es aus den Tempeln der Gloreichen. Das ist der Mann für unhaltbare Fronten, hört man den Propheten rufen.
Nicht kriecht er unter den Geräusche-Wichten, welche an den Flügel schleichen, wie der Bauer an sein Bier, wenn die Langeweile seinen Kragen schnürt. Das Hirn zu Brei gestampft, wie das Brot unter der Wasserwalze, keuchen sie ihre Einfälle von sich, als hätte der Teufel sie mit Tabasco gewürzt. Was wunder, wenn sie dem Hünen grollen, das Abzeichen der Unvermögenden sich nicht an den Hut zu stecken, nicht keuchend nach neuen Geräuschen zu sinnen, im Turm des Irrsinns dissonante Faxen auszuhecken . . ."
Aus dem Hauptwerk "TRIUMPH DES LEBENS"

