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Zeitgenössische Ton-Batzen-Fabrik

​Die Vernichtung der Tradition als neuen Weg preisen, die Lehre der Harmonie gleichsam ausstreichen, um die Formel „zeitgenössische Musik“ einzuläuten, dergleichen ist selbst den dümmsten Jecken nie zu Kopf gestiegen. Unter ihnen würde man die altbekannten Fastnachts-Riten durch zeitgemäße Sülzen sich nicht verderben lassen. Man würde sagen: es mag sein, daß wir verrückt sind, aber das hat seine Grenzen. Der Irrsinn zeitgenössischer Musik hingegen ist grenzenlos. Kein Tänzer wollte dazu das Bein heben, nur die Hunde würden hier aus den Reihen tanzen.

Der Dissonanzen-Express

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Der Dissonanzen-Express

Man erzählt, zeitgenössische Komponisten einer deutschen Großstadt klagten, ihre Werke seien schlecht versorgt, wobei der harthörige Bürgermeister entsorgt verstand und sogleich sieben Sattelschlepper bereit stellte, die unter dem Namen „Dissonanzen-Express“ durch die Stadt brausten, die Tonnen zeitgenössischer Werke dem Wunsche der Komponisten gemäß zu entsorgen. Die Zeitgenössischen jubelten, als sie den Dissonanzen-Express aus ihren Fenstern erblickten und brachten ihre vollen Werkel-Tonnen, daß man in die Konzertsäle bringen möge, was jeden Hund zu einem öffentlichen Ärgernis verleitet. Als sie den Bürgermeister fragten, wann ihre Ton-Batzen zur Auffüh-rung gebracht werden antwortete dieser: die Bauern müsst ihr fragen, wo die Felder liegen, die zur Morgenstunde eure Werke von sich dampfen . . .

"Messiaen - das ist Musik für meine Ohren."

                           Ryan Jackhammer, Streetworker

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Noch lustiger aber geht Ligeti ans Werk. Im Interview zum Film „György Ligeti – Ich habe ein verrücktes Leben gehabt“ erzählt er: „Ich versuche auf sehr bescheidene Weise in Richtung der hohen Qualität zu gehen, soweit das heute eben möglich ist. Das ist heute schwierig, weil wir die Tonalität nicht mehr haben und wenn wir sie haben, dann lügen wir.“
Er hätte richtiger und gültiger gesagt, daß ihm die Tonalität abhanden gekommen ist und nun als Lüge es em-pfände, wollte er tonal komponieren, hat er doch eine hörenswerte Melodie nie zu Papier gebracht. Seine musikalischen Exkre . . . Pardon! Experimente beweisen nachgerade, daß er nichts zustande brachte, was sich in irgendeiner Weise mit Harmonie und Kontrapunkt vertrüge. Nun spricht er aber nicht, daß es für ihn die Tonalität nicht mehr gibt, sondern daß wir sie nicht mehr haben. Mehr noch: er bezeichnet jene wenigen, noch lebenden Komponisten, die im klassischen Sinne zu komponieren vermögen, als Lügner. denn nur wer zeitgenössisch komponiert ist für Ligeti der Wahrhaftige. Das ist die Pointe seiner atonalen Witze. Und nun kommen seine Scholaren, denen bei der Geburt zwei Nullen auf die Stirn tätowiert wurden und jubeln: Jawohl! Wir Zeitgenössischen sind die Wahrhaftigen. Zeitgenössisch komponieren macht wahrhaftig . . .

 

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