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El Toro

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EL TORO

Nach 20 Jahren zum zweiten Male - dieses Mal in Spanien - mit klassischer Musik gegen den Rest zeitgenössischer Kompo-nisten angetreten. „Premio de composition AEOS“ nennt man den Wettbewerb, wel-cher alle zwei Jahre angekündigt, mit ei-nem stattlichen Preisgeld versehen in be-scheidener Stille ausgetragen wird. Wie sehr mich dergleichen Wettbewerbe inte-ressieren erkennt man schon daran, wie oft beurteilende Kremien meine Partituren zur Ansicht bekommen. Diesmal ließ ich Weihnachten und Nikolaus gleich zwanzig Mal passieren.  

Hört man die „Werke“ oder richtiger die musikalischen Experimente, mit denen die Gewinner der letzten Jahre die  gelahrten Juroren überzeugten, fällt sofort auf, daß zeitgenossischer Musik, wenngleich nicht vorgeschrieben, zweifellos der Vorrang ein-geräumt wird. Der Vorteil, den herrschen-den Geschmack der Neuzeit der Tradition des klassischen Stils vorzuziehen, begrün-det sich darin, daß allein der Tatsache „stilistischer Anpassung“ bei diesem Wett-bewerb ein nicht unerheblicher Nutzen bei der Bewertung und Einschätzung des Wer-kes zukommt.

 

Es heißt also auf traditionelle Klassik ver-zichten, gesetzt man beabsichtigt unter die engere Auswahl der mitwirkenden Kompo-nisten gereiht zu werden. In meinem Fall hätte dies bedeutet die Musik zu „El Toro“ erst gar nicht einzureichen oder zumindest alles was darin Form, Stil, Harmonie und Melodie inne hat, dem Geschmack der Zeit und der Juroren zu opfern. Mit anderen Worten: Für die Chance zu gewinnen „El Toro“ kastrieren! —

 

Nun wäre es aber das Gleiche, als wollte man einen stolzen arabischen Hengste zur Schindermähre abrichten, nur weil im Stall preisgekrönter Pferde nur Schinder-mähren zu finden sind.  —

Das Gaudium, an diesem Wettbewerb teil-zunehmen, lag für mich also weniger da-rin, den Pfründen der Siegerehrung hab-haft zu werden, sondern den Schinder-mähren zu verstehen zu geben, daß ara-bische Hengste in Dingen vornehmer Reit-künste durchaus noch ein Wort mitzu-reden haben. Mit anderen Worten: es oblag meiner gehobenen Laune dem Rudel in zeitgenössischen Ton-Fabriken wieder ein-mal Helau und guten Tag zu sagen. Dies tat ich gänzlich unmoralisch wie mich dünkt, denn wenn es heute unmoralisch klingt, über das Mittelmaß der Unvermögenden sich zu erheben, wie kläglich muß es da erscheinen, unter Mittelmäßigen sich mo-ralisch zu erweisen.

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Auszug aus der Partitur
"EL TORO"

„El Toro“ steht gänzlich außerhalb der Moden. Dies Werk nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche zeitgenössischen Etiketten. Gleichwie der Baum nicht fragt, was heute in der Zeitung steht, so fragt „El Toro“ nicht nach den Geräuschen seiner Zeitgenossen. Hier kein Kind seiner Zeit zu sein, ist in der Tat ein Privileg ohne gleichen, eine Auszeichnung, die den höchsten Wert verdient, zumal das Zeitenlose, an keine Mode sich drängende, von jeher die Zeiten überdauerte . . .

El Toro

Amadeus Wellenstein
Ausschnitt aus dem Orchesterwerk
Originalspielzeit 9 : 33 min

Erschienen 2015 Ronda, Spanien

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