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WERKE EINES UNZEITGEMÄSSEN


Beethovens original Tempo-Angaben zur ersten Symphonie: Adagio molto = 88 (Einleitung) Alegro con brio = 112 (Hauptteil)
Aufführung Celibidache: Adagio molto = 65 - Alegro con brio = 76.
Was will uns das bedeuten? Richtig! Celibidache will Beethovens Symphonie als Schlafmittel umwerben, den raschen Schritt des Gewandten die schwerfällige Verdauung andichten, die leichten Füße des sym-phonischen Tänzers dem Schritt der Sargträger angleichen, endlich der Trägheit des Publikums sich gefällig erweisen.
Man sagt unter Celibidache hätten die Musiker mehr geprobt als unter jedem anderen Dirigenten. Richtig! Weil es in den Proben genauso langsam zuging wie bei der Aufführung Als Beispiel: Die 77 Takte aus Beethovens Symphonie dauern bei meiner Einspielung mit Beethovens Metronom-Angaben zwei Minuten. Bei Celibidache drei Minuten. Gesetzt die Zeit der Proben mit Beethovens Tempi liegt bei zwanzig Stunden, so sind es bei Celibidache dreißig Stunden. Das heißt, Celibidaches Musiker waren nicht fleißiger weil sie länger spielten, sondern nur langsamer. Fleißiger waren jene, die weniger probten . . .
Ein Bratschist meinte zu Celibicaches Lentissimo: „Der Bogen für die Viola muß erst erfunden werden, um mit einem Abstrich den Ton solange zu halten, bis der Maestro seine Meditation beendet hat.“ Oder wollte er mit Beethoven darauf hinweisen, in welchen Tempo er seine Suppe löffelt? Sah er Merkur den Götterboten im Haflinger-Trott durch die Gewächshäuser schleichen?
Es würde den Gipfel der Absurdität bedeuten, für die Einspielung eines meiner Orchesterwerke den Münchner Philharmonikern 120.000 Euro auf den Tisch zu legen, wenn für deutlich weniger als ein Hundertstel der Summe eine herausragende Einspielung mit dem EastWest Hollywood Orchester erreicht werden kann. Man muß ein geschultes Ohr haben, die feinen Unterschiede überhaupt noch herauszuhören, das Hollywood Orchester von einem echten Orchester zu unterscheiden. Das gleiche gilt für die Vienna-Symphonic-Library mit welcher in nachstehenden Szenen "Vivaldi - Der Herbst" und „Wellenstein versus Karajan“ zwei Beispiele geboten werden, meine Behauptung in jedem Betrachte musikalisch zu bekräftigen.
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